Wie nachhaltig ist ein Glaubenszeugnis? Was bleibt, wenn die misioneros wieder gehen …

Seit 2009 gibt es das Pro­jekt „misio­nes – Glau­ben leben“ in Deutsch­land. Es waren die neun­ten misio­nes, die 2017 in Kra­nen­burg statt­fan­den. Was bewirkt misio­nes län­ger­fris­tig in einer Pfar­rei, wie nach­hal­tig sind misio­nes in unse­rem Land? Die­ser Frage gin­gen die misio­ne­ros bei ihrem Nachtref­fen Mitte Novem­ber 2017 in Weis­kir­chen nach.

Dazu kamen sie u. a. mit Pfr. Franz Kraft, Erlen­bach, ins Gespräch, in des­sen Pfar­rei­en­ge­mein­schaft die 2. Misio­nes 2010 statt­fan­den. Sie­ben Jahre spä­ter stell­ten die misio­ne­ros also die Frage: „Was ist geblie­ben?“ Dar­auf meinte Pfr. Kraft spon­tan, das sei die fal­sche Frage. Die Frage muss lau­ten: „Was ist durch misio­nes gewor­den?“ Die misio­nes 2010 in Erlen­bach seien eine rich­tige Initi­al­zün­dung für die Pfar­rei­en­ge­mein­schaft gewe­sen! Vie­les ist dar­aus geworden.

 

Mut zu neuen Wegen

So zeigte sich Pfar­rer Kraft über­zeugt, dass durch die misio­nes die Leute in Erlen­bach Mut bekom­men haben, etwas Neues in ihrer Gemeinde auszuprobieren.

Wei­ter gibt es seit­her z.B. eine neue Form der Tauf­ka­te­chese, in der Eltern andere Eltern auf die Taufe ihrer Kin­der vor­be­rei­ten. Eine junge Frau aus Erlen­bach, die damals bei misio­nes „Feuer gefan­gen“ hat und selbst junge Mut­ter ist, gehörte von Anfang an zu die­sem Team.

Aus dem täg­li­chen Abend­lob in der misio­nes–Woche ist in Erlen­bach ein regel­mä­ßi­ger Medi­ta­ti­ons­got­tes­dienst ent­stan­den. Ein­mal im Monat ist um 20.30 Uhr eine beson­ders gestal­tete Hei­lige Messe mit misio­nes–Lie­dern, Impul­sen und viel Stille. Auch hier ist durch misio­nes ein Team ent­stan­den. Der Ein­la­dung fol­gen jedes Mal ca. 30 Personen.

Eben­falls inspi­riert durch misio­nes ist ein Seg­nungs­got­tes­dienst für Paare, bei dem am Ende immer der Paar­se­gen steht. 40 bis 50 Paare neh­men regel­mä­ßig daran teil. Auch ein Got­tes­dienst für trau­ernde Ange­hö­rige mit Ein­zel­se­gen geht auf die misio­nes–Woche zurück.

Misio­nes konkret

Was immer noch lebt, ist das Candlelight-Dinner, das ein­mal im Jahr statt­fin­det und von Sebas­tian G., dem Gemein­de­re­fe­rent der Pfar­rei und sei­ner Frau ange­bo­ten wird. Die bei­den haben damals – noch unver­hei­ra­tet — am ers­ten Candlelight-Dinner in Erlen­bach teil­ge­nom­men und füh­ren diese Ver­an­stal­tung nun in eige­ner Regie fort. 13 Paare haben sich das letzte Mal beim Candlelight-Dinner ver­wöh­nen lassen.

Auch das Kin­der­ak­ti­ons­team bie­tet seit 2010 immer wie­der einen Gemein­schafts­tag für Kin­der aus der Pfar­rei an.

Beson­ders leben­dig geblie­ben ist das Kru­g­ri­tual: In allen drei Gemein­den wer­den beim Sonn­tags­got­tes­dienst die Krüge mit Bei­trä­gen gefüllt und zum Altar gebracht. Im Oster­feuer wer­den diese Bei­träge dann verbrannt.

Sehr posi­tive Bilanz in Erlenbach

Pfr. Kraft zieht Bilanz: „Die Frei­heit, die wir bei misio­nes hat­ten, neue Wege zu gehen, ist über­ge­sprun­gen. Durch misio­nes sind neue Frei­räume ent­stan­den durch die Leute gemerkt haben, wir kön­nen mit­ma­chen und an Ideen andocken.“

So sei Frau W. letz­tes Jahr mit ihrem Mann nach Schön­statt gefah­ren und dort den Ehe­weg gegan­gen. Ihr Wunsch sei es nun, solch einen Ehe­weg für Erlen­bach zu bekommen.

Dass junge Leute auf Leute zuge­hen, wie bei eurem Kern­ge­schäft Tür-zu-Tür, ist etwas Beson­de­res. Da wächst Ver­bun­den­heit. Ich bin froh, dass misio­nes bei uns waren, es ist gut, dass es euch gibt.“

Auch in Dil­lin­gen wirkt misio­nes weiter

Auch Pfar­rer W. Schneck aus Dil­lin­gen an der Donau, wo misio­nes in den Jah­ren 2013/14 war, hat den misio­ne­ros schrift­lich sein Fazit zur Nach­hal­tig­keit von misio­nes mitgeteilt:

Misio­nes hat ein Bild gege­ben. Wir machen der­zeit mit „Come&See“ eine gute Erfah­rung. Das Team geht lang­sam in die Tiefe. Das freut mich sehr.“ Come&See war ein Lich­ter­abend, eine Jugend­ver­an­stal­tung, die misio­nes damals in sei­ner Pfar­rei initi­iert haben. Seit­her fin­det in regel­mä­ßi­gen Abstän­den und mit wach­sen­dem Zuspruch ein Lich­ter­abend für Jugend­li­che statt.

Echos aus Kranenburg

Und schließ­lich kamen Echos aus der aktu­el­len Pfar­rei in Kra­nen­burg zu Wort. Der Pfar­rer selbst, Pfr. Chris­toph Schol­ten, war sehr begeis­tert: „Ich bin Feuer und Flamme für misio­nes.“ Er hat auch ande­ren Pries­tern bei einer Fort­bil­dung viel davon berichtet.

Ein jun­ger Mann der Pfar­rei, 25 Jahre, akti­ver „Feu­er­wehr­mann“, evan­ge­lisch, meinte: „Es war gran­dios. Ich war im Bann der misio­nes. Ihr habt eine Welle der Begeis­te­rung mit­ge­bracht. Es war eine tolle Grup­pen­dy­na­mik. Her­aus­ra­gend fand ich das Abend­ge­bet, bei dem ich dabei war – das war phä­no­me­nal! Man nimmt vie­les dar­aus mit, ein­fach unvergesslich.“

Misio­nes 2018 in Jossgrund-Oberndorf, Diö­zese Fulda

Nach einer per­sön­li­chen Refle­xion ging es dann wei­ter Rich­tung Zukunft: Misio­nes 2018 wer­den in Jossgrund-Oberndorf, Diö­zese Fulda, statt­fin­den. Die Gruppe der misio­ne­ros besuchte die Pfar­rei, für erste Gesprä­che mit dem Pfar­rer und Mit­glie­dern des PGR. Ende Januar 2018 wird dort das nächste Vor­be­rei­tungs­tref­fen stattfinden.

Neues Lei­tungs­team der misio­nes gewählt

Schließ­lich fand an die­sem Wochen­ende auch die Wahl eines neuen Lei­tungs­teams statt: Laura Rei­chertz und David Faust sind die neu Gewähl­ten und bil­den zusam­men mit Sr. M. Bri­gitt Rosam und P. Frank Rie­del das neue Lei­tungs­team 2018.