Klinken putzen für den Glauben“ – 20 junge Schönstätter waren zu Misiones in Kranenburg, Niel, Wyler und Zyfflich

Am Frei­tag, 15. Sep­tem­ber – dem 49. Todes­tag unse­res Vaters und Grün­ders und dem Auf­takt des Kentenich-Jahres – war es dann soweit: Die Misio­ne­ros tra­fen nach und nach auf dem Oerm­ter Mari­en­berg im süd­lichs­ten Teil des Krei­ses Kleve ein, um im „Hei­lig­tum der Weg­ge­mein­schaft“ ihr „Misiones“-Holzkreuz über­reicht zu bekom­men, mit dem pries­ter­li­chen Segen aus­ge­sandt zu wer­den und in den nörd­lichs­ten Teil des Krei­ses Kleve auf­zu­bre­chen. Im alten, in die Jahre gekom­me­nen Don-Bosco-Heim, das bis zur Voll­en­dung des Neu­baus im März als pro­vi­so­ri­sches Pfarr­heim dient, rich­te­ten sich die Misio­ne­ros häus­lich ein. … Das eigent­li­che „Haupt­quar­tier“ aber war unsere Stifts-und Wall­fahrts­kir­che St. Peter und Paul – vor dem Mari­en­al­tar ent­stand eine große Gebetsecke.

Auf­takt mit der „Kreuztracht“

In der Vor­abend­messe im Orts­teil Wyler stell­ten sich die Misio­ne­ros vor, am Sonn­tag, 17. Sep­tem­ber fei­er­ten sie mit dem Vor­sit­zen­den der Nie­der­län­di­schen Bischofs­kon­fe­renz, Bischof Johan­nes van den Hende aus Rot­ter­dam, und zahl­rei­chen Ein­hei­mi­schen und Pil­gern aus Nah und Fern die äußere Feier des Fes­tes Kreuzer­hö­hung mit einem Pon­ti­fi­kal­amt und der Kreuz­tracht, bei der das „Wun­der­tä­tige Hei­lige Kreuz“, das auf das Jahr 1308 zurück­geht, in fei­er­li­cher Pro­zes­sion durch den Orts­kern getra­gen wurde. Beim „Fest der Begeg­nung“ kamen die Misio­ne­ros mit vie­len Men­schen ins Gespräch, für die Erst­kom­mu­ni­on­kin­der führ­ten sie einen Sta­ti­ons­lauf durch. Das Kreuz­fest endete mit der abend­li­chen Lich­ter­pro­zes­sion über die alten Wälle der Stadt­be­fes­ti­gung und mit dem Nachtgebet.

Von Tür zu Tür“ – Begeg­nung mit den Menschen

Von Mon­tag bis Frei­tag gin­gen die Misio­ne­ros nach dem Mor­gen­ge­bet und dem Früh­stück und nach dem Mit­tag­es­sen in Zwei­er­teams jeweils für ca. zwei bis zwei­ein­halb Stun­den in Kra­nen­burg, Niel, Wyler und Zyf­f­lich „von Tür zu Tür“. … Wenn die Misio­ne­ros ihren jewei­li­gen „Tür-zu-Tür“-Halbtag been­det hat­ten, gin­gen sie zur Gebet­s­ecke in der Kir­che, schöpf­ten Was­ser (vgl. Joh 2,1–11) und ver­trau­ten die Men­schen, denen sie begeg­net waren, Gott und der Got­tes­mut­ter an. Aber auch unter­wegs wuss­ten sie sich immer beglei­tet – zum einen mit der „pil­gern­den Got­tes­mut­ter“ in der Hand, zum ande­ren durch die vor– und nach­mit­täg­li­che Eucha­ris­ti­sche Anbe­tung in der Kirche!

Glau­bens­zeug­nis der Misioneros begeis­tert

Nach dem Mit­tag­es­sen, das ein Cate­rer ins Don-Bosco-Heim lie­ferte, und einer kur­zen Mit­tags­pause begann die zweite Halb­zeit. Um 19.00 Uhr war jeweils ein knapp halb­stün­di­ges Abend­lob vor dem Gna­den­bild des „Wun­der­tä­ti­gen Hei­li­gen Kreu­zes“ – an allen Aben­den kamen nicht nur ver­traute Kirch­gän­ger, son­dern auch Men­schen, die ich noch nie (in der Kir­che) gese­hen hatte! Die neuen geist­li­chen Lie­der, das Glau­bens­zeug­nis der Misio­ne­ros und die beson­dere Gestal­tung begeis­ter­ten – so waren alle ein­ge­la­den, ein Bon­bon, das z.B. mit der Bot­schaft „Schön, dass du da bist“ ver­se­hen war, zu lut­schen und dabei Gott für schöne Momente in den letz­ten Tagen zu danken.

Apos­tel sein, den Glau­ben neu ent­flam­men!“ – in verschie­dens­ten Begegnungen

Am Mon­tag­abend besuch­ten die Misio­ne­ros den Übungs­abend der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr – „der Funke sprang über“! Am Diens­tag­abend tausch­ten sie sich mit den Gre­mi­en­ver­tre­tern unse­rer vier Pfar­reien aus – und mit Pfar­rei­rats­mit­glie­dern aus Bocholt, die die „Misio­ne­ros“ für 2019 in die Pfar­rei St. Josef ein­la­den möch­ten. Am Mitt­woch­vor­mit­tag war die große Frau­en­wall­fahrt der Katho­li­schen Frau­en­ge­mein­schaf­ten des Kreis­de­ka­na­tes Kleve mit moder­nen Lie­dern und einem tages­ak­tu­el­len Kreuz­weg. Am Don­ners­tag­nach­mit­tag gin­gen einige zum Spie­le­nach­mit­tag in die Senio­ren­re­si­denz und am Frei­tag­nach­mit­tag zu einer Gesangs– und Gesprächs­runde ins St. Johannes-Stift, dem Wohn­heim für Men­schen mit geis­ti­ger Behinderung.

Dem Abend­lob am Frei­tag schloss sich ein Candlelight-Dinner an – ein Braut­paar und sechs Ehe­paare (zwi­schen sie­ben Tagen und 50 Jah­ren ver­hei­ra­tet) waren der Ein­la­dung zu einem Fünf-Gänge-Menü im roman­ti­schen Gewöl­be­kel­ler des ehe­ma­li­gen Klos­ters Katha­ri­nen­hof gefolgt. Das Ehe­paar Merg­ler aus dem müns­ter­län­di­schen Ahaus gab zwi­schen den Gän­gen Impulse für die Paar-Gespräche – sie und die ande­ren sie­ben Paare wur­den jeweils von einem Misio­nero am Tisch bedient! Firm­linge und Mess­die­ner, aber auch jung geblie­bene aller Alters­stu­fen waren zur Jugend­messe „freie Platz­wahl“ am Sams­tag mit anschlie­ßen­dem Grill­abend auf dem Kirch­platz ein­ge­la­den. Im Hoch­amt am Sonn­tag, 24. Sep­tem­ber wur­den die Pil­ger­pforte geschlos­sen, der Kreuz­se­gen erteilt und die Misio­ne­ros nach ihrem groß­ar­ti­gen ein­wö­chi­gen Ein­satz offi­zi­ell ver­ab­schie­det. Wie so oft in den ver­gan­ge­nen Tagen wurde mit Begeis­te­rung das Lied gesun­gen: „Apos­tel sein, den Glau­ben neu entflammen!“ …

Viele gesäte Samen­kör­ner des Glaubens

Ich bin total begeis­tert, sehr froh und über­aus dank­bar für die Freude, die die Misio­ne­ros aus­ge­strahlt haben, und für ihren selbst­lo­sen Ein­satz und groß­ar­ti­gen Mut zum Glau­bens­zeug­nis – wie und mit Maria haben sie sich als Chris­tus­trä­ger auf den Weg zu den Men­schen gemacht und ihr Herz­blut ein­ge­bracht – gemäß den Wor­ten von Pater Ken­te­nich aus der Vor­grün­dungs­ur­kunde: „Ich stelle mich euch hier­mit voll­stän­dig zur Ver­fü­gung mit allem, was ich bin und habe: mein Wis­sen und Nicht­wis­sen, mein Kön­nen und Nicht­kön­nen, vor allem aber mein Herz.“

Ich ver­traue fest dar­auf, dass die Misio­ne­ros und wir Men­schen, denen sie in Kra­nen­burg, Niel, Wyler und Zyf­f­lich begeg­net sind, die Erfah­rung machen, dass Gott und die Got­tes­mut­ter die Mühen des her­bei­ge­schaff­ten Was­sers in kost­ba­ren Wein ver­wan­deln und die vie­len gesä­ten Samen­kör­ner rei­che Früchte des Glau­bens, der Hoff­nung und der Liebe brin­gen – und alle ermu­ti­gen und bestär­ken, sich wie und mit Maria als „Apos­tel dei­ner Freude“ immer neu auf den Weg zu machen.