Misiones 2012 in Mainz-Laubenheim

In der ver­gan­ge­nen Woche konnte man in Mainz-Laubenheim Auf­äl­li­ges bemer­ken: Jugend­li­che in gel­ben T-Shirts zogen durch die Stra­ßen und klin­gel­ten an unzäh­li­gen Haus­tü­ren um mit den Men­schen ins Gespräch zu kommen.

Misio­ne­ros nen­nen sich die 37 jun­gen Chris­ten, die aus ganz Deutsch­land in die Pfar­rei Mariae Heim­su­chung des Main­zer Stadt­teils gekom­men sind um als Nach­fol­ger der Apos­tel den Glau­ben zu ver­kün­den. Die Pro­jekt­idee stammt aus Süd­ame­rika, wo sie deut­sche Jugend­li­che ken­nen­ge­lernt haben. Nun sind es seit 2009, als das Pro­jekt erst­mals in Deutsch­land statt­fand – übri­gens genau auf der gegen­über­lie­gen­den Rhein­seite in Gins­heim – bereits die vier­ten misio­nes. Ent­ge­gen man­cher Beden­ken scheint das süd­ame­ri­ka­ni­sche Kon­zept auch hier zu funktionieren.

Viele der Jugend­li­chen stam­men aus der Schön­statt­ju­gend, zwei wur­den bei vor­he­ri­gen misio­nes von der Idee so begeis­tert, dass sie nun eben­falls mit­ma­chen. Sie leben gemein­sam mit zwei Schön­statt­pa­tres und drei Mari­en­schwes­tern eine Woche in der Pfar­rei, gestal­ten dort jeden Abend ein Abend­lob und viele andere Ver­an­stal­tun­gen unter ande­rem für Fami­lien, Mess­die­ner, Paare, Senio­ren und Jugendliche.

Eine Woche vol­ler Veranstaltungen

Beson­der­hei­ten waren dabei eine Spu­ren­su­che durch die Lau­ben­hei­mer Wein­berge mit dem Motto „Gehen mit allen Sin­nen“ und das Abend­lob mit anschlie­ßen­dem offe­nen Sin­gen mit dem Kir­chen­chor. Der Diens­tag begann früh um 6 Uhr mit einer Jugend­früh­schicht und anschlie­ßen­dem Früh­stück. Am Abend schloss sich eine Öku­me­ni­sche After Work Party an, die gemein­sam mit der evan­ge­li­schen Gemeinde gestal­tete wurde.

Für Kom­mu­ni­on­kin­der gab es ein bun­tes Nach­mit­tags­pro­gramm vol­ler Spiele und Aktio­nen und sie gestal­te­ten auch das Abend­lob am Mitt­woch mit. Zum Män­ner­abend hatte Pfar­rer Rein­bott ein­ge­la­den um bei Wein und Bier unter Män­nern über Gott zu sprechen.

Nach einem gemein­sa­men Got­tes­dienst kamen am Don­ners­tag viele Senio­ren zum gemüt­li­chen Bei­sam­men­sein und Gesprä­chen mit misio­ne­ros bei Kaf­fee und Kuchen ins Pfarr­zen­trum. Gro­ßen Anklang fand auch die bib­li­sche Wein­probe, bei der regio­nale Weine ver­kös­tigt wur­den, ange­rei­chert mit Geist und Witz aus der Bibel. Auch das Candle-light-dinner lud viele Paare zum Gespräch bei einem exqui­si­ten Drei-Gänge-Menü ein, ange­regt durch Impulse eines Referentenpaares.

Den Abschluss der Woche bil­de­ten der Fami­li­en­ak­ti­ons­tag im Pfarr­zen­trum und der Abschluss­got­tes­dienst mit anschlie­ßen­dem Grillfest.

Mit Maria von Tür zu Tür

Das Kern­stück von misio­nes sind aber die Haus­be­su­che, bei denen die Jugend­li­chen zu zweit von Tür zu Tür gehen und ganz für die Men­schen da sein wol­len, ins Gespräch kom­men und zuhö­ren, aber auch von sich und ihrem Glau­ben erzäh­len. Mit dabei ist immer die pil­gernde Got­tes­mut­ter als Weg­be­glei­ter und Zei­chen, das die misio­ne­ros erkenn­bar macht.

Oft war es so, dass hin­ter den Türen ein ganz gro­ßer Schatz gesteckt hat“, beschreibt die 19-jährige Mag­da­lena: „näm­lich offene Her­zen. Wenn einem ein offe­nes Herz ent­ge­gen­kommt, wenn man merkt, die­ser Mensch hin­ter der Tür, der hat Inter­esse, mit mir zu spre­chen über Gott, über das Leben, über das, was er denkt, dann ist das in einem drin und dann geht einem sel­ber das Herz auf.“ In die­ser Woche haben sie und die ande­ren misio­ne­ros viele offene Her­zen erle­ben können.

Doch jedes­mal ist es eine kleine Über­win­dung, an einer Tür zu klin­geln, schließ­lich hat man keine Ahnung, was einen erwar­tet. Oft­mals rea­gie­ren die Bewoh­ner abwei­send, sel­ten auch mal unfreund­lich, doch immer wie­der erge­ben sich Begeg­nun­gen, kurze oder lange, die es ein­fach Wert sind, es an der nächs­ten Tür wie­der zu probieren.

Eine Woche starke Gemeinschaft

Wie kommt ihr dazu, bei die­sem Pro­jekt mit­zu­ma­chen?“, wird man oft gefragt. Auch wenn es eigent­lich darum geht, für die Pfar­rei und die Men­schen da zu sein und ihnen etwas Zeit zu schen­ken, so bekommt jeder Misio­nero durch die Begeg­nun­gen und Erfah­run­gen bei misio­nes min­des­tens genau so viel zurück geschenkt. Es ist eine sehr inten­sive Zeit: Neben dem vol­len Wochenn­plan mit Aktio­nen und der Tür-zu-Tür-Mission gibt es auch viele Gebets­zei­ten und Gemein­schafts­auf­ga­ben wie Küchen– oder Putz­dienste und wenn man dann abends noch einen Moment zusam­men­sit­zen will um den Tag aus­klin­gen zu las­sen, bleibt für Schlaf nicht mehr viel übrig. Beson­ders wich­tig ist es auch, im Aus­tausch über das Erlebte mit­ein­an­der zu reden und sich gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen. Denn die Gemein­schaft trägt und macht stark.

Viele der jugend­li­chen Teil­neh­mer sind Stu­den­ten und neh­men an misio­nes in ihren Semes­ter­fe­rien teil, andere Arbei­ten oder machen eine Aus­bil­dung und muss­ten extra Urlaub neh­men. Viele sind nicht das erste mal dabei: wer misio­nes ein­mal erlebt hat, ver­sucht auch wie­der mit­ma­chen zu können.

Doch gab es die­ses Jahr auch viele Neue, die sich von den Erzäh­lun­gen haben begeis­tern las­sen und misio­nes auch erle­ben woll­ten. Sie sind sich einig: „Nächs­tes mal bin ich wie­der dabei!“

Die Pla­nun­gen für misio­nes 2013 lau­fen bereits an, es gibt immer wie­der Anfra­gen aus Pfar­reien, die an dem Pro­jekt inter­es­siert sind. Doch wohin es letzt­lich gehen wird, steht noch nicht fest. Es wird sich zei­gen, wohin der Weg die misio­ne­ros als Nächs­tes füh­ren wird.